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Regeln
Das Turnier
Ein Agility-Parcours setzt sich aus 12-20 Hindernissen zusammen. Der Hund wird ohne Halsband und Leine über den Parcours geführt. Auch sind weitere Hilfsmittel wie Spielzeug oder Leckerchen im Parcours tabu. Nur mit Worten und Körpersprache darf der Hundeführer seinen Hund über die Hindernisse leiten.
Die Reihenfolge der Hindernisse wird vom Agility-Richter jeweils neu angeordnet. Je nach Prüfungsklasse unterscheidet sich der Parcours im Schwierigkeitsgrad des Streckenverlauf, in seiner Länge und in der Bewegungsgeschwindigkeit, die die Standardzeit für die Strecke festlegt.
Der Streckenverlauf wird erst unmittelbar vor dem Wettkampf bekannt gegeben und der Hundeführer ohne Hund hat kurz Gelegenheit, meistens für 5 min., sich den Parcours einzuprägen. Ein vorheriges Training auf dem Prüfungsgelände ist nicht erlaubt.
Die eigentliche Parcours-Fläche ist mind. 20 x 40 m und wird meistens nur durch ein Flatterband gekennzeichnet bzw. begrenzt, so das die Zuschauer direkt am Geschehen teilnehmen können. Das erfordert, wie bereits schon erwähnt, vom Agilityhund ein gutes Sozialverhalten und unbedingten Gehorsam auf Distanz.
Die eigentliche Parcours-Strecke hat eine Länge von 100 bis 200 m. Die Entfernung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Hindernisse beträgt Minimum 5 m und Maximum 7 m. Der Verlauf einer Strecke obliegt der Phantasie des Richters und sollte dem Hund die Möglichkeit bieten, diese leicht und fließend zu erarbeiten.
Die Festsetzung der Standardzeit in der Strecke beruht auf der festgehaltenen Geschwindigkeit in Meter/Sekunden und wird unter Berücksichtigung der für die Prüfung vorgesehenen Leistungsstufe, des Schwierigkeitsgrades der Strecke sowie der Bodenbeschaffenheit (witterungsbedingt) getroffen.
Ein Team (Hundeführer /Hund) ist teilnahmeberechtigt wenn, der Hund identifizierbar ist, aufgrund einer Tätowierung oder eines Chips und ein Nachweis über die erfolgreich abgelegte VDH-Begleithundprüfung innerhalb einer termingeschützten Veranstaltung eines VDH-Mitgliedsvereines vorliegt. Der Eigentümer sowie der Hundeführer muss nachweislich einem VDH-Mitgliedsverband angehören und es muss ein gültiger Leistungsnachweis des Hundes vorliegen.
Die nach dem nationalen Reglement offiziellen Klassen sind:
Beginner-Klasse:
Startberechtigt ist nur der Hund, für den eine bestandene VDH-Begleithundeprüfung nachgewiesen werden kann. Der Hund muss mindestens 15 Monate alt sein und ist vorher noch nie in der Prüfungsstufe A 1 gestartet.
Der Parcours unterscheidet sich zu den weiteren Prüfungsstufen durch eine niedrigere Sprunghöhe, dem einfacheren Streckenverlauf und der festgelegten Laufgeschwindigkeit. In diesem Parcours werden der Slalom, die Wippe und der Reifen nicht gestellt.
Agility 1 (A 1) und Jumping 1 (JP 1)
Startberechtigt ist nur der Hund, für den eine bestandene VDH-Begleithundeprüfung nachgewiesen werden kann. Der Hund muss mindestens 18 Monate alt sein.
Am Tag des aller ersten Starts in der A 1 kann ein Team zusätzlich vorher in der Beginner-Klasse innerhalb derselben Veranstaltung starten.
Grundsätzlich ist es aber keine Voraussetzung vorher in der Beginner-Klasse teilzunehmen.
Agility 2 (A 2) und Jumping (JP 2)
Startberechtigt ist der Hund, der dreimal innerhalb von VDH-geschützten Prüfungen eine Platzierung 1-3 mit fehlerfreien vorzüglichen Ergebnissen oder zehn fehlerfreie vorzügliche Ergebnisse ohne Platzierung unter mindestens zwei verschiedenen VDH-Agility-Richtern in der Stufe A 1 nachweisen kann.
Ein Abstieg aus der Klasse 2 in die Klasse 1 kann freiwillig erfolgen. Für den erneuten Aufstieg sind dann wieder die vorgenannten Bedingungen erneut zu erfüllen.
Agility 3 (A 3) und Jumping (JP 3)
Startberechtigt ist der Hund, der dreimal innerhalb von VDH-geschützten Prüfungen eine Platzierung 1-3 mit fehlerfreien vorzüglichen Ergebnissen oder zehn fehlerfreie vorzügliche Ergebnisse ohne Platzierung unter mindestens zwei verschiedenen VDH-Agility-Richtern in der Stufe A 2 nachweisen kann.
Ein Abstieg aus der Klasse 3 in die Klasse 2 kann freiwillig erfolgen. Für den erneuten Aufstieg sind dann wieder die vorgenannten Bedingungen erneut zu erfüllen.
Senioren-Klasse
Ein Start in der Senioren-Klasse liegt im Ermessen des Hundeführers. Der Hund muss mindestens 6 Jahre alt sein und ein entsprechender Eintrag im Leistungsnachweis vom entsendenden Verband muss eingetragen worden sein. Nach der Eintragung in die Senioren-Klasse darf der Hund nicht mehr in einer anderen Prüfungsstufe geführt werden.
Der Parcours unterscheidet sich zu dem der anderen Prüfungs-Stufen durch seine niedrigere Sprunghöhe und der Laufgeschwindigkeit. Der Parcours in der Senioren-Klasse entspricht dem der A 2, nur werden vorher der Reifen und der Slalom aus dem A 2 Parcours herausgenommen sowie die Schrägwand je nach Kategorie abgesenkt.
Der Jumping wird zwar auch in den Prüfungsstufen 1 bis 3 angeboten, aber der Start eines Hundes in der jeweiligen Stufe richtet sich ausschließlich nach seiner Startberechtigung in den Prüfungsstufen Agility.
Des Weiteren werden oftmals auf den Turnieren zusätzlich zu den jeweiligen Prüfungs-Stufen sogenannte Spiele angeboten.
Teilnahmeberechtigt sind alle Hunde, welche die Voraussetzung für den Start in der Beginner-Klasse erfüllen.
Schön an den Spielen ist, dass alle Teams zusammen gewertet werden ohne Rücksicht auf die jeweilige Prüfungsstufe. So können auch unter Umständen die Teams der Beginner-Klasse oder der Agility-Klasse 1 sich mit den „Profis“ der Agility-Klassen 2 und 3 messen.
Unterschieden werden folgende Kategorien je nach Größe der Hunde:
Kleiner als 35 cm Widerristhöhe = Small (S) oder auch Mini genannt,
ab 35 cm und kleiner als 43 cm Widerristhöhe = Medium (M) oder Midi
und ab 43 cm Widerristhöhe = Large (L) genannt auch Maxi.
Die Hindernisse und deren spezielle Fehlerquellen
Erst einmal gibt es Sprunghindernisse. Diese können verschiedenartig konstruiert sein, z. B. mit Stangen (Metall oder PVC ist abzuraten), ausgefüllte Flächen, durchbrochene Flachen oder Flächen mit Bürsten. Alle Flächen müssen mit einer Abwurfstange versehen sein. Dann gibt es noch die Mauer oder das Viadukt wobei der obere Teil mit abnehmbaren Elementen versehen sein muss.
Die Sprunghöhe beträgt in der Kategorie Small (S) 25 bis 35 cm, in der Kategorie Medium (M) 35 bis 45 cm und in der Kategorie Large (L) 55 bis 65 cm.
Der Weitsprung besteht aus zwei bis fünf Einheiten gleichmäßig verteilt und ergibt in ansteigender Aufstellung einen Sprung von 0,40 bis 1,50 m Länge. Die niedrigste Einheit ist 15 cm und die höchste Einheit 28 cm hoch. Die vier Ecken sind mit Pflöcken, die nicht mit den Elementen verbunden sind. versehen und dienen nur zur Begrenzung. Die Sprungtiefe beträgt für die Small Hunde 40 bis 50 cm (2 Elemente), für die Medium Hunde 70 bis 90 cm (3-4 Elemente) und für die Large Hunde 120 bis 150 cm (4-5 Elemente).
Der Reifen hat ein Öffnungsdurchmesser von mindestens 38 cm und höchstens 60 cm. Die Sprunghöhe ergibt sich aus der Entfernung des Reifenmittelpunktes zum Boden und beträgt in der Kategorie Small und Medium 55 cm und in der Kategorie Large 80 cm.
Bei diesen Hindernissen besteht außer der Gefahr eines Abwurfs der beweglichen Elemente noch die Gefahr des Unterlaufens oder des seitlich Umgehens. Hier muss der Hundeführer den Hund dann erneut an das Gerät führen, damit er es überspringen kann. Beim Reifen kann der Hund allerdings nichts abwerfen, da dieser durch ein System mit Ketten am Rahmen befestigt ist.
Von den meisten Hunden sehr geliebt, sind die beiden Tunnels.
Zum einen gibt es den festen Tunnel, der aus einem flexiblem Material besteht, so dass dieser gerade oder mit einem oder mehrere Bögen aufgestellt werden kann. Der innere Durchmesser beträgt 60 cm und die Länge kann von 3,00 m bis zu 6,00 m betragen.
Dann gibt es noch den Stofftunnel oder auch Sacktunnel genannt, der aus einer festen Öffnung von 90 cm Länge und 60 cm Höhe und einer Breite von 60-65 cm besteht. Der Ausgang ist aus weichem Stoff der flach auf dem boden liegt und von 2,5 m bis zu 3,5 m lang sein darf.
Läuft der Hund an einer dieser Tunnels vorbei oder steckt seine Nase oder seinen Körper nur halb rein oder kommt am Eingang wieder raus, dann ist dies eine Verweigerung.
Kommen wir zu den Kontaktzonengeräten.
Zum einen gibt es den Laufsteg, der eine Höhe von Minimum 120 cm und Maximum 135 cm aufweisen muss. Die Breite der Laufflächen muss 30 cm betragen und die Länge eines jeden Elementes darf das Mindestmaß von 3,60 m nicht unterschreiten und das Höchstmaß von 4,20 m nicht überschreiten. Der Auf- und Abstieg ist mit 20 mm breiten, 5-10 mm hohen abgerundeten Leisten im Abstand von 25 cm zu versehen um ein den Aufstieg und ein Abrutschen zu verhindern. Es muss ein Abstand von 10 cm zu den Kontaktzonen sein. Die eigentliche Kontaktzonenfläche ist 90 cm vom Boden gemessen lang und andersfarbig gestrichen.
Die Schrägwand hat eine Breite von mindestens 90 cm und kann bei konischem Verlauf im Auf- und Abgang eine Breite von 115 cm aufweisen. Höchster Punkt gemessen ab Boden beträgt in der Kategorie Small und Medium 1,70 m und in der Kategorie Large 1,90 m. Die gesamte Schrägwand ist mit 20 mm breiten und 5-10 mm hohen abgerundeten Leisten im Abstand von 25 cm zu befestigen. Auch hier ist der Abstand zu den Kontaktzonen von 10 cm Pflicht. Die Kontaktzonenfläche ist auch andersfarbig zu streichen und ist vom Boden gemessen 1,06 m lang.
Die Wippe hat ebenfalls eine Breite von 30 cm und muss mindestens 3,65 m und höchstens 4,25 m lang sein. Die Höhe der Mittelachse zum Boden beträgt 1/6 Bohlenlänge. Die Kontaktzone ist analog dem Laufsteg jeweils 90 cm farblich ab zusetzten. Leisten werden nicht angebracht.
Bei diesen Geräten muss der Hund mindestens eine Pfote in die Kontaktzone setzen. Dies gilt gleichermaßen für den Auf- und Abstieg. Tut er dies nicht, bekommt er einen Fehler angezeigt.
Springt der Hund ab, bevor er überhaupt den Abstieg betreten hat bzw. bei der Wippe, die Achse überschritten hat, so gilt dies als eine Verweigerung und das Hindernis muss wiederholt werden.
Der Tisch weist eine Oberfläche von Minimum 90 x 90 cm und Maximum 120 x 120 cm und muss aus einem rutschsicheren Material bestehen. Der Tisch soll kippsicher sein und hat eine Höhe in der Kategorie Small und Medium von 35 cm und in der Kategorie Large von 60 cm.
Der Hund muss 5 Sekunden egal ob liegend, sitzend oder stehend auf dem Tisch verharren. Verlässt er vor Ende der 5 Sekunden und vor der Anweisung des Prüfungsrichters den Tisch, so wird dies mit einem Fehler geahndet. Der Hund muss zurück auf den Tisch und er muss erneut weitere 5 Sekunden abwarten, ansonsten wird er am nächsten Hindernis disqualifiziert. Läuft der Hund vorbei, unten durch oder springt von der gegenüberliegenden Seite der Laufrichtung auf den Tisch so ist dies eine Verweigerung. Rutscht der Hund beim Aufsprung vom Tisch, wird dies mit einem Fehler geahndet und er muss erneut auf den Tisch, allerdings kann dann der Aufsprung von jeder Seite erfolgen.
Der Slalom, ist wohl das interessanteste Gerät. Dieser kann aus 8, 10 oder 12 Stangen bestehen, die eine Höhe von 1,00 bis 1,20 m mit einem Durchmesser von 3 bis 5 cm und einen Abstand von 50 bis 65 cm haben.
Der Hund muss in den Slalom von der rechten Seite, d.h. die erste Stange befindet sich links vom Hund, einfädeln. Jeder falsche Eintritt wird mit einer Verweigerung bestraft. Weitere Fehler, wie ein oder mehrere Tore auslassen, werden nur mit einem Fehlerpunkt geahndet. Der Slalom ist das einzige Gerät, welches fehlerfrei vom Hund beendet werden muss bevor er ein anderes Gerät überwindet. Tut er dies nicht, ist die Folge eine Disqualifikation.
Es gibt zwei Arten von Strafpunkten.
Zum einen gibt es die Strafpunkte für Fehler auf der Strecke die nochmals unterschieden werden in Fehler wie z.B. Stangenabwurf bzw. Kontaktzonenfehler und in Verweigerungen.
Und zum anderen gibt es noch die Strafpunkte für das Überschreiten der Standardzeit.
Für einen Fehler oder eine Verweigerung gibt es je 5 Strafpunkte.
Verweigerungen sind sofort zu korrigieren, geschieht dies nicht, erfolgt eine Disqualifikation. Bei drei Verweigerungen auf der Strecke oder der Hund nimmt ein Hindernis in der falschen Richtung bzw. nicht in der angegebenen Reihenfolge so gibt es leider auch eine Disqualifikation.
Und noch mehr Fehler, die eine Disqualifikation nach sich ziehen:
- unkorrektes Verhalten gegenüber dem Prüfungsrichter
- Misshandlung seines Hundes
- Überschreiten der Maximalzeit für die Streck
- Überspringen oder Überlaufen eines Hindernisses durch den Hundeführer selbst der Hundeführer hält etwas in der Hand
- Der Hundeführer nimmt seinen Hund an den Start zurück, nachdem dieser bereits die Startlinie überschritten hatte
- Wenn der Hund ein Halsband trägt
- Anhalten auf der Strecke, ohne Anweisung des Richters
- Der Hund nässt oder löst sich, verlässt den Ring oder gerät außer Kontrolle des Hundeführers
Für die Prüfungen sind folgende Werturteile gegeben:
Von 0 bis 5,99 Gesamtstrafpunkte = VORZÜGLICH
Von 6 bis 15,99 Gesamtstrafpunkte = SEHR GUT
Von 16 bis 25,99 Gesamtstrafpunkte = GUT
Ab 26 Gesamtstrafpunkte = OHNE BEWERTUNG
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